Werkzeug der Woche
Erprobte Selbstführung aus dem Podcast
Eine wachsende Sammlung. Jeden Dienstag ein neues Werkzeug aus den Gesprächen meines Podcasts „Radical Self-Leadership to go" — sortiert nach den fünf rADAR-Phasen, mit konkretem 14-Tage-Selbstversuch.
Worum es hier geht
Aus jeder Folge des Podcasts extrahiere ich ein konkretes Werkzeug — kein Mindset-Shift, keine Theorie, sondern was die Gäste wirklich tun. Post-its im Wohnmobil. Eisbaden bei 2,5 Grad. Eine 5-Minuten-Verzögerung beim Outlook-Default. Eine Wand mit Jahreszielen, die meine Gäste mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner jedes Jahr neu beschreiben.
Die Kernerkenntnis: Selbstführung ist keine Haltung, die man irgendwann hat. Sie ist eine Praxis, die aus konkreten kleinen Werkzeugen besteht. Welche bei dir wirken, hängt von deinem Rhythmus ab — aber die Auswahl muss erstmal sichtbar werden. Das ist der Job dieser Seite.
Sortiert ist die Liste entlang der fünf Phasen des rADAR-Modells: Rhythmus · Auswählen · Durchführen · Anpassen · Reflektieren. Jedes Werkzeug bekommt im Laufe der Wochen einen eigenen Artikel mit 14-Tage-Selbstversuch. Was hier mit Coming Soon markiert ist, wird in den nächsten Wochen ergänzt. Wenn du keinen verpassen willst, abonniere den Newsletter.
Selbstführung beginnt mit einem Rhythmus, an dem du dich selbst wiederfindest. Drei Werkzeuge, die deinen Grundtakt setzen.
Die Jahres-Wand mit der Partnerin
Eine physische Wand zu Hause, sechs Lebensbereiche, jährlich gemeinsam überarbeitet. Striche dahinter — 96 Walk-and-Talks, 135 Sporteinheiten.
Der 14-Tage-Herzschlag →
Statt Quartal oder Sprint arbeitest du in 14-Tage-Zyklen mit den fünf Phasen. Kurz genug, um schnell zu lernen, lang genug für echte Fortschritte.
Sonntagsplanung in 30 Minuten
Sonntags 30 Minuten — alles aus der To-Do-Liste, das diese Woche stattfinden soll, wird als Zeitblock im Kalender eingetragen. Der Kalender wird Single Point of Truth.
Der bewusste Startpunkt. Ohne Auswahl wird der Tag von außen bestimmt. Fünf Werkzeuge, die dir Klarheit über das Wichtige geben.
Personalisiertes Morgenjournal
5–10 Minuten, Lieblingsfarben, sechs eigene Fragen. Schöne Materialien überlisten den Schweinehund.
Den Kalender knallhart blocken →
Jede Aufgabe wird ein Termin im Kalender — mit derselben Sichtbarkeit wie ein Stakeholder-Meeting. Plus Microsoft Copilot als digitaler Vorfilter.
Top-3-Kalenderblocker (Familie · Job · Sport)
Drei Prioritäten als feste Kalenderblocker — mit derselben Ernsthaftigkeit wie ein geschäftskritisches Meeting.
Future Board + Task Board
Zwei Boards: Future für Langfrist, Task für heute. Tagesplanung am Abend statt am Morgen — du beginnst den Tag schon vorgesortiert.
Der Scheuklappen-Modus
Drei nummerierte Aufgaben — abarbeiten, ohne auf die Uhr zu sehen, nur Deadlines beachten.
Jetzt geht es ans Tun. Vier Werkzeuge gegen Slack, Mail und den inneren Schweinehund.
Der 5-4-3-2-1-Countdown
Fünf Sekunden Countdown, dann beginnt die Aufgabe. Slack bleibt zu. Plus Noisio-App für Hintergrundgeräusche.
Ein-Kanal-Sammlung mit Power Automate
Teams-Nachricht? → To-Do. Verpasster Anruf? → Rückruf-Reminder. Alle Eingangskanäle fließen automatisiert in eine einzige verlässliche Liste.
Notifications komplett aus
Push auf allen Kanälen aus. Routine-Admin in einem 30-Minuten-Block pro Tag bündeln.
Der 5-Minuten-Hack bei Meetings →
Outlook-Default umstellen, dass Meetings fünf Minuten später starten. Reduziert kognitive Überlastung dramatisch — bei null Inhaltsverlust.
Pläne überleben den ersten Kontakt mit der Realität selten. Drei Werkzeuge für die Mittwoch-Korrekturen.
Atemtechnik bei Stress →
Zwei, drei bewusste Atemzüge — längere Aus- als Einatmung, durch die Nase, in den Bauch. Mit Wiederholung wird es zum Automatismus.
Toolwechsel als Selbstreinigung
Alle paar Monate Tool wechseln — und fast nichts übertragen. Was wirklich wichtig war, fällt einem wieder ein. Was unwichtig war, verschwindet.
Walk-and-Talk
Spaziergänge fest in den Arbeitsrhythmus integrieren — als Reflexionsraum oder als 1:1-Format.
Die Phase, die am häufigsten ausfällt — und die den größten Hebel hat. Drei Werkzeuge, die aus Erfahrung Lernen machen.
Handschriftliches Journaling
Nicht digital. Die Hand zwingt zu langsamerem Denken — du musst deinen eigenen Worten folgen.
Externe Feedback-Schleifen
Aktiv nach kritischem Feedback fragen — nicht warten, dass es kommt. Wer fragt, lernt schneller.
Die Bücherwand vor dir (nicht hinter dir)
Bücher sichtbar im Blickfeld, nicht im Rücken. Atomic Habits, No Rules Rules — der Blick erinnert beiläufig an Prinzipien.
Was diese Werkzeuge verbindet
Erstens: Es geht selten um neue Tools. Outlook, Apple Erinnerungen, Post-its, ein Spaziergang. Die meisten Hacks funktionieren mit dem, was sowieso schon da ist.
Zweitens: Persönlich schlägt generisch. Gesas selbstgestaltetes Journal funktioniert für sie, weil es ihre Fragen sind. Kens Wand funktioniert, weil es seine sechs Bereiche sind. Niemand übernimmt einfach ein System.
Drittens: Reduktion vor Addition. Sebastian schaltet aus. Juli sagt nein. Marc verschiebt um fünf Minuten. Die wirksamsten Werkzeuge nehmen etwas weg.
Viertens: Selbstführung ist nicht Selbstoptimierung. Davids Satz: Es geht nicht darum, alles schneller zu machen, sondern Gedanken reifen zu lassen.
Dein nächster Schritt
Wenn du jetzt alle Werkzeuge auf einmal einführst, scheiterst du an Tag drei. Der bessere Weg: drei in den nächsten 14 Tagen — ein Herzschlag.
Mein Vorschlag: Pick eines aus jeder Spalte:
- Aus Auswählen: Eine 5-Minuten-Morgenroutine — egal in welcher Form.
- Aus Durchführen: Notifications komplett aus auf einem Kanal (am besten: Mail-Push am Smartphone).
- Aus Reflektieren: Freitagabend 10 Minuten — was hat funktioniert, was nicht?
Nach 14 Tagen siehst du, was bei dir wirkt. Was nicht wirkt, lässt du. Was wirkt, behältst du.
Wenn du den Rahmen tiefer verstehen willst, ist die Methode dahinter das rADAR-Modell. Wenn du die Werkzeuge live mit anderen Führungskräften ausprobieren willst, sind die Radical-Self-Leadership-Workshops der schnellste Einstieg. Und alle hier zitierten Stimmen kommen aus dem Podcast „Radical Self-Leadership to go" — jeden Dienstag eine neue Folge.
FAQ zur Werkzeug-der-Woche-Serie
Was ist die Werkzeug-der-Woche-Serie?
Eine wachsende Sammlung erprobter Selbstführungs-Werkzeuge, die ich aus den Gesprächen meines Podcasts „Radical Self-Leadership to go" extrahiere. Jeden Dienstag erscheint ein neuer Artikel mit konkretem 14-Tage-Selbstversuch, Bezug zur Folge und Verlinkung zu den passenden Workshops.
Welches Werkzeug soll ich zuerst ausprobieren?
Wenn dein Kalender voll und dein Kopf leer ist: ein Werkzeug aus der Phase Auswählen (z.B. Den Kalender knallhart blocken). Wenn du dich ausgebrannt fühlst, ohne viel geleistet zu haben: ein Werkzeug aus Durchführen (Notifications komplett aus). Wenn dich akute Situationen überfordern: ein Werkzeug aus Anpassen (Atemtechnik).
Warum nach den fünf rADAR-Phasen sortiert?
Weil Selbstführung kein einzelnes Werkzeug ist, sondern ein Zyklus — Rhythmus, Auswählen, Durchführen, Anpassen, Reflektieren. Die Sortierung hilft dir zu sehen, wo dein eigenes Defizit liegt.
Was unterscheidet diese Sammlung von anderen Selbstführungs-Listen?
Hier kommt kein Werkzeug aus dem Lehrbuch oder von einem Productivity-Influencer. Jedes Werkzeug stammt von einer Führungskraft, die es im eigenen Alltag erprobt — und im Podcast offen darüber spricht, was funktioniert und was nicht.
Wie hängt das mit dem Podcast zusammen?
Jeder Werkzeug-Artikel verlinkt direkt auf die zugehörige Podcast-Folge. Wer den Hintergrund hören will, hört die ganze Folge. Wer nur das Werkzeug umsetzen will, liest den Artikel mit 14-Tage-Selbstversuch.
Was ist das rADAR-Modell?
rADAR ist die Selbstführungs-Methode aus dem Buch „Radical Self-Leadership" mit fünf Phasen: Rhythmus, Auswählen, Durchführen, Anpassen, Reflektieren. Sie wird in 14-Tage-Zyklen (Herzschlag) gelebt und ordnet die meisten Werkzeuge dieser Sammlung sauber zu.