Die Methode

Das rADAR-Modell
Selbstführung in vier Schritten

Das rADAR-Modell ist die Methode der Selbstführung aus dem Buch „Radical Self-Leadership". Vier Schritte — Auswählen, Durchführen, Anpassen, Reflektieren — laufen im 14-Tage-Rhythmus immer wieder durch. So wird Selbstführung zum Prozess, nicht zum Vorsatz.

Woher der Name kommt

Das kleine r steht für radical im ursprünglichen Wortsinn: lateinisch radix, die Wurzel. Radikale Selbstführung heißt nicht, sich härter anzutreiben, sondern aus den eigenen Wurzeln heraus zu führen — aus Werten, Rollen und Prioritäten, die man selbst geklärt hat.

ADAR sind die vier Schritte des Zyklus. Sie bilden einen Kreislauf: Nach dem Reflektieren beginnt der nächste Zyklus wieder mit dem Auswählen — klüger als der vorherige.

Entwickelt haben das Modell André Häusling und Thorsten Reitz aus der Praxis der Führungskräfteentwicklung. Ausführlich beschrieben ist es im Buch „Radical Self-Leadership" (Campus Verlag 2025).

Vor dem ersten Zyklus: Standort und Zukunftsbild

Bevor der erste Zyklus startet, steht eine ehrliche Standortbestimmung: Wo stehst du gerade — im Job, in der Familie, bei Gesundheit und eigenen Interessen? Daneben entwirfst du ein motivierendes Zukunftsbild für diese Lebensbereiche.

Aus dem Unterschied zwischen beiden ergibt sich ein Delta: alle Vorhaben, die dich zu deinem Zukunftsbild führen. Das Delta ist kein Plan für morgen, sondern der Vorrat, aus dem du in jedem Zyklus auswählst.

Das Werkzeug dafür ist der rADAR-Canvas — Standortbestimmung, Zukunftsbild und Ziele auf einer Seite. Er wird im Buch in Kapitel 7 vorgestellt und war Thema eines Beitrags in managerSeminare.

Der Zyklus

Die vier Schritte

D
Schritt 2

Durchführen

Setze ich konsequent um?

Echte Arbeit am Ausgewählten — gegen Mail, Chat und den inneren Schweinehund. Hier helfen Fokuszeiten, ein Task Board mit klarem Status und Methoden wie die Not-to-do-Liste oder „Eat that Frog".

A
Schritt 3

Anpassen

Reagiere ich flexibel, ohne den Kurs zu verlieren?

Pläne überleben den ersten Kontakt mit der Realität selten. Anpassen heißt, auf Veränderungen zu reagieren, ohne den Zyklus aufzugeben — Prioritäten verschieben, Neues einordnen, Unwichtiges loslassen.

R
Schritt 4

Reflektieren

Was lerne ich daraus?

Regelmäßig innehalten: Was hat funktioniert, was nicht, was nehme ich mit in den nächsten Zyklus? Reflexion macht aus Erfahrung Lernen — und ist der Schritt, der im Alltag am häufigsten ausfällt.

Der Rhythmus: der 14-Tage-Herzschlag

Die vier Schritte laufen nicht einmal im Jahr, sondern alle zwei Wochen. Dieser Takt heißt Herzschlag: kürzer als ein Quartal, damit du schnell lernst — lang genug, damit echte Fortschritte sichtbar werden.

In jedem Herzschlag setzt du neue Schwerpunkte, setzt sie um und reflektierst. Was nicht geschafft wurde, landet nicht automatisch im nächsten Zyklus, sondern wird neu ausgewählt — oder bewusst losgelassen.

Wie das im Alltag aussieht, zeigt das kostenlose Herzschlag-Playbook (13 Seiten, mit Übungen und Werkzeugen wie Eisenhower-Matrix 2.0, Yesterbox und Power Hour). Für die Wochenebene passt Nicos Sonntagsplanung, für den einzelnen Tag die Herzschlag-App.

rADAR ist kein Zeitmanagement

Selbstoptimierung zielt darauf, mehr in derselben Zeit zu schaffen. Das rADAR-Modell fragt zuerst, was überhaupt das Richtige ist. Es verbindet berufliche und persönliche Lebensbereiche, statt sie gegeneinander auszuspielen, und behandelt Zeitmanagement-Methoden als das, was sie sind: Werkzeuge im Schritt Durchführen.

Das Ergebnis ist nicht, produktiver zu sein, sondern selbstbestimmt zu führen — vom Getriebenen zum Gestaltenden.

Häufige Fragen

Fragen zum rADAR-Modell

Was ist das rADAR-Modell?

Das rADAR-Modell ist die Methode der Selbstführung aus dem Buch „Radical Self-Leadership" von André Häusling und Thorsten Reitz (Campus Verlag 2025). Es beschreibt vier Schritte — Auswählen, Durchführen, Anpassen, Reflektieren —, die im 14-Tage-Rhythmus immer wieder durchlaufen werden. Selbstführung wird so zum laufenden Prozess statt zu einem einmaligen Vorsatz.

Wofür steht das kleine „r" in rADAR?

Für „radical" im ursprünglichen Wortsinn: lateinisch „radix", die Wurzel. Es geht nicht um Selbstoptimierung, sondern um Selbstführung aus starken Wurzeln — aus den eigenen Werten, Rollen und Prioritäten heraus. ADAR steht für die vier Schritte Auswählen, Durchführen, Anpassen, Reflektieren.

Warum 14 Tage?

Der 14-Tage-Herzschlag ist kürzer als ein Quartal und lang genug, um echte Fortschritte zu erleben. Alle zwei Wochen werden Schwerpunkte gesetzt, umgesetzt und reflektiert. Der Takt gibt dem Alltag Struktur und verhindert, dass man im Operativen versinkt.

Wie fange ich mit dem rADAR-Modell an?

Mit einer ehrlichen Standortbestimmung und einem Zukunftsbild für deine Lebensbereiche — am einfachsten auf dem kostenlosen rADAR-Canvas. Aus dem Unterschied zwischen beiden ergeben sich deine Vorhaben. Davon wählst du für die ersten 14 Tage eine bewältigbare Menge aus und startest den ersten Zyklus.

Was unterscheidet das rADAR-Modell von Zeitmanagement?

Zeitmanagement fragt, wie du mehr in derselben Zeit schaffst. Das rADAR-Modell fragt zuerst, was überhaupt das Richtige ist, und verbindet berufliche mit persönlichen Lebensbereichen. Zeitmanagement-Methoden kommen darin vor, aber als Werkzeuge im Schritt Durchführen, nicht als Ziel.

Für wen ist das rADAR-Modell gedacht?

Für Führungskräfte, Selbstständige, Eltern im Beruf und Menschen in Non-Profits, die vom Reagieren ins Gestalten kommen wollen. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Das Modell funktioniert allein, im Team und in agilen Arbeitsumgebungen.

Welche Werkzeuge helfen in den vier Schritten des rADAR-Modells?

Für jeden Schritt gibt es zwei erprobte Werkzeuge. Auswählen: ein persönliches Backlog mit Taskboard, aus dem du zwei bis drei Themen pro Herzschlag wählst (etwa per Eisenhower-Matrix oder MoSCoW), und Commitment durch dokumentierte, geteilte Ziele. Durchführen: feste Zeitslots im Kalender (Timebox) und die Pomodoro-Technik. Anpassen: ein Wochenreview von 15 bis 20 Minuten und Erfolge bewusst feiern. Reflektieren: eine persönliche Retrospektive und Journaling.

Wie funktioniert die persönliche Retrospektive?

Am Ende jedes 14-Tage-Herzschlags stellst du dir drei Fragen: Was lief gut? Was lief weniger gut? Was will ich beibehalten, ändern oder loslassen? Daraus formulierst du konkrete Maßnahmen und realistische Ziele für den nächsten Herzschlag. Es geht nicht um Bewertung, sondern um Einsicht — die Methode ist von den Retrospektiven agiler Teams übernommen.

Muss ich erst Vision und Werte klären, bevor ich anfange?

Nein. Wichtig ist, schnell ins Tun zu kommen. Für einen Jump-Start steigst du direkt in die Schritte Anpassen und Reflektieren ein: Ein oder zwei drängende Themen aus deiner aktuellen Lebenssituation werden die ersten Backlog-Kandidaten. Parallel skizzierst du mit dem rADAR-Canvas eine grobe Standortbestimmung und ein Zukunftsbild und verfeinerst beides in den folgenden Wochen.

Was ist eine Not-to-do-Liste und wie erstelle ich sie?

Eine Not-to-do-Liste hält fest, was du in deinem Leben bewusst nicht mehr haben, sein oder tun willst — laut André Häusling und Thorsten Reitz die beste Grundlage für effektive Selbstführung. Hilfreiche Fragen: Welche Aktivitäten kosten mehr Energie, als sie geben? Welche Verpflichtungen übernehme ich nur aus Pflichtgefühl? Welche Gewohnheiten hindern mich an meinen Zielen? Welche Menschen oder Beziehungen tun mir nicht gut?

Warum bezieht Radical Self-Leadership das Privatleben mit ein?

Berufliches und privates Leben lassen sich nicht trennen: Spannungen in einem Bereich schlagen sich unweigerlich im anderen nieder. Wer Selbstführung nur im beruflichen Kontext betrachtet, lässt viel Wirksamkeit liegen. Radical Self-Leadership versteht Selbstführung deshalb als Prozess über alle Lebensbereiche, in dem persönliche und berufliche Ziele immer wieder im aktuellen Kontext bewertet und neu priorisiert werden.

Mehr zum Modell: das Buch „Radical Self-Leadership" sowie die Fachbeiträge in neues lernen (Personalmagazin) (als PDF) und changement!. Live erleben kannst du es in den Workshops.

Alle 14 Tage ein Herzschlag Selbstführung

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