Kennst du das? Die To-do-Liste ist am Freitag länger als am Montag. Du bist den ganzen Tag beschäftigt und gehst abends trotzdem mit dem Gefühl nach Hause, nichts Wichtiges geschafft zu haben. Das ist Überforderung im Job, und sie fühlt sich fast immer wie persönliches Versagen an.
Ist sie meistens nicht. Das zeigen die Antworten von 776 Menschen, die im April 2026 in unserem Webinar „Raus aus dem Chaos“ saßen.
Was 776 Menschen über ihren Alltag gesagt haben
Wir haben während des Webinars vier Fragen gestellt. Drei Antworten beschreiben Überforderung ziemlich genau:
- 49 % sagen: Meine To-do-Liste wächst schneller, als ich sie abarbeiten kann.
- 14 % erleben Erschöpfung am Abend, ohne das Gefühl, etwas geschafft zu haben.
- 55 % sagen Ja zu neuen Aufgaben, weil sie denken: Ich schaffe es schon irgendwie.
Und bei der Wochenplanung: 59 % haben eine To-do-Liste, aber keinen festen Rhythmus. Nur 9 % haben Fokuszeiten, die auch funktionieren.
Das ist kein Disziplinproblem. Es ist ein Systemproblem: zu viele Zusagen und kein Takt, in dem man sie sortiert. Alle Befunde findest du in der Datenstory Raus aus dem Chaos.
Was tun bei Überforderung: sechs erste Schritte
Keiner dieser Schritte löst alles. Zusammen verschaffen sie dir aber die Luft, die du brauchst, um überhaupt wieder steuern zu können.
1. Alles aus dem Kopf. Schreib jede offene Aufgabe auf, auch die kleinen. Solange sie nur im Kopf kreisen, wirken sie größer, als sie sind. Das kostenlose Task Board hilft beim Sortieren.
2. Eine Sache absagen. Nicht zehn, eine. Wähle eine Zusage, die du diese Woche zurückgibst oder verschiebst. Wer mag, schreibt sich dazu eine Not-To-Do-Liste: Was tue ich ab jetzt bewusst nicht mehr?
3. Den Frosch für morgen festlegen. Die eine Aufgabe, die morgen den Unterschied macht, und zwar als Erstes. Im Webinar wollte ein Drittel der Teilnehmenden genau damit am nächsten Morgen anfangen.
4. Fokuszeit in den Kalender. Trag deine wichtigste Aufgabe als Termin ein, mit Anfang und Ende, und verteidige ihn wie ein Meeting. Wie das eine VP bei TUI gemacht hat, liest du in Sassis Kalender-Block.
5. Kurz runterregeln. Wenn der Puls schon hoch ist, plant es sich schlecht. Drei bewusste Atemzüge vor dem nächsten Termin reichen oft, siehe Heicos Atemtechnik.
6. Einen Rhythmus aufbauen. Die ersten fünf Schritte helfen heute. Damit die Überforderung nicht in zwei Wochen zurück ist, braucht es einen festen Takt.
Warum 14 Tage der richtige Takt sind
Radical Self-Leadership arbeitet mit dem rADAR-Modell: Auswählen, Durchführen, Anpassen, Reflektieren, immer im Zyklus von 14 Tagen. Wir nennen ihn Herzschlag.
Zwei Wochen sind lang genug, um wirklich etwas zu bewegen, und kurz genug, um nachzusteuern, bevor die Liste wieder überläuft. Statt alles gleichzeitig zu wollen, wählst du zwei bis drei Themen aus und lässt den Rest bewusst warten.
Überforderung oder Burnout?
Überforderung heißt: Die Anforderungen sind gerade größer als deine Zeit und Kraft. Das kennt fast jede und jeder, und es lässt sich mit Struktur und klaren Prioritäten verändern.
Wenn aber Erschöpfung, Schlafprobleme oder Niedergeschlagenheit über Wochen anhalten, gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Radical Self-Leadership ist ein Training für Selbstführung, keine Therapie.
Dein nächster Schritt
- Kostenlos reinschnuppern: der Einblick, 30 Minuten online, mit deinem Frosch für morgen als Mini-Übung.
- Begleitet starten: Herzschlag live, ein kompletter 14-Tage-Zyklus mit fünf Live-Terminen.
- Einen Tag lang sortieren: der Workshop RSL KOMPAKT, höchstens acht Teilnehmende, sechs Wochen Begleitung danach.
Mehr zu Methoden und Rhythmus findest du auf der Seite Zeitmanagement & Selbstorganisation.